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St. Martin in Marienhagen

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Kirche Marienhagen (bild_00480.jpg)Zur Geschichte

Marienhagen besitzt eine der ältesten Dorfkirchen des Oberbergischen mit romanischem Turm. Das frühgotische Langhaus soll mit der Gründung einer Johanniterkommende Mitte des 14 Jh. (von Herrenstrunden aus) in Verbindung stehen, die lange übertünchte Ausmalung der Kirche aus dieser Zeit wurde zu Beginn des 20. Jh. im Chor wieder hervorgeholt. 1569 wurde die Kommende am Ort aufgelöst, in dieser Zeit setzte sich in Marienhagen das evangelisch-lutherische, zu Beginn des 17. Jh. dann das reformierte Bekenntnis durch (jeweils in Abhängigkeit von der Grundherrschaft). Nach dem zweiten Weltkrieg entstand wieder eine katholische Kirche in Marienhagen, für die der Kölner Architekt Erwin Schiffer die Planung lieferte. Die Bauzeit war 1962-63. Eine Instandsetzung der Filialekirche führte Schiffer 1975 durch. 1997 wurde eine Außendämmung ergänzt. 

Städtebau

Die Marienhagener Straße führt in nordwestlicher Richtung aus dem Ortskern von Marienhagen heraus und führt in einem westlichen Schwung, der eine bewaldete Hügelkuppe umfährt, zum nördlich gelegenen Alferzhagen. Das letzte straßenbegleitende Gebäude, ehe die offene Kulturlandschaft beginnt, ist die parallel zur Straße ausgerichtete Kirche St. Martin. Wer sich von Alferzhagen nähert, sieht daher als erstes das blockhafte, langgestreckte und hell verputzte Kirchenschiff mit einem querrechteckigen aus dieser Richtung nur wenig höher erscheinenden Turm über die Südecke, die nach Nordost weisende Langseite und die nordwestliche Stirnseite bilden eine repräsentative Ansicht "über Eck". Die kirche steht etwas unterhalb der Straße an deren Südwestseite, eine breite Asphaltfläche und eine grasbewachsene Böschung mit einzelnen Sträuchern schaffen hier am Ortsausgang ein wenig Distanz. Nach Südwesten grenzen Wiesen an die Kirche an, der Hang fällt hier deutlich in Richtung Pergenroth ab, ein Marienhagen im Westen benachbartes Dorf. Der Zugang liegt in der Straßenfassade, nahe zur Nordecke, und ist durch ein kräftiges Betondach mit geometrischem Relief hervorgehoben, unter dem das rote, zweiflügelige Portal leuchtet. Der Standort kennzeichnet die Filialkirche als Diasporakirche, gerade im Kontrast zur mittelalterlichen Kirche in der Dorfmitte. Sie nutzt den Standort gleichwohl angemessen für die Signalwirkung

Architektur - Gestaltung

Die Kirche St. Martin präsentiert sich dem Besucher als blockhaftes, langgestrecktes und hell verputztes rechtwinkliges Volumen. Ein abgewalmtes, flaches Zinkdach mit kräftigem First und umlaufender Blechtraufe deckt die Kirche. Die nordwestliche Stirnseite ist geschlossen, in die nordöstliche Langseite sind unregelmäßig lange Fensterschlitze eingeschnitten - meist vertikal, an der Ostecke auch (unter der Traufe) horizontal. Auch das blockhafte Vordach des Eingangs nahe der Nordecke, ist offenbar nachträglich mit einem abgewalmten Zinkdach eingeblecht worden, es zeigt an der Stirnseite ein geometrisches Relief. Die rechte Seite als diagonal geteiltes Quadrat mit unterschiedlich weit vorstehenden Hälften (blau und weiß gefasst), die von einem ebenfalls diagonal geteilten Quadrat gerahmt sind, die linke mit horizontaler Teilung in eine schmale untere Fläche (mit Sonne an der Außenecke) und einer oberen Fläche, auf die eine metallene Martinsdarstellung appliziert ist.
An der südöstlichen Schmalseite schließt die niedrigere Sakristei an das Kirchenschiff an, deren Seite zur Straße hin vor die Kirchenschiffflucht tritt und dort einen von Nordwest zugänglichen Zugang ausbildet. Der Turm steht über der Südecke des Kirchenschiffs, er zeigt kleine Öffnungen und eine nach Nordost weisende Tür (als Dachausstieg). Auch die südwestliche Langseite zum Tal ist mit unregelmäßigen Fensterschlitzen versehen, dies ist allerdings hinter der Eingrünung bestenfalls zu erahnen.
Der Besucher tritt durch das hölzerne, leuchtend rot gestrichene Portal und tritt von hinten in einen schmalen, langgestreckten Raum, der auf den Altarbereich im Südosten ausgerichtet ist. Hier zeigt sich die Kehrseite des prägnanten und städtebaulich im Grundsatz ansprechenden Außenbaus, durch dessen Prospektwirkung der longitudinale Innenraum nochmals gestreckt wird. Innen sind die Umfassungswände aus Mauerwerk mit eingefärbten Fugen gebildet, die warmtonig und ansprechend sind, mit der mattweißen, an den Längswänden kastenartig ausgenommenen Holzdecke aber in einem etwas unbefriedigenden Kontrast stehen. Der Raum ist hell, erscheint in der Lichtführung allerdings etwas unruhig: Streiflichter heben den Chor und den rückwärtigen Raumabschluss im Nordosten gut hervor, entlang der Gemeindebänke erscheinen die vor allem den unteren Raumbereich unregelmäßig ausleuchtenden Fensterschlitze nicht als die beste Lösung. Auch bei den Fenstern gewinnt man den Eindruck, die Wirkung am Außenbau war wichtiger als die Lichtführung innen.
Diese Asymmetrie wird durch den Chor verstärkt. Zwei seitliche Wandnischen an den Längswänden stellen einen geschlossenen Mauerwerksbereich in der Mitte frei, diese schmalen Wandnischen sind jedoch unterschiedlich belichtet: durch die rechte blickt man auf den Sakristeizugang, die linke hingegen ist durch einen hohen Fensterschlitz seitlich belichtet und so deutlich heller (bis auf den dort eingelassenen Grundstein ist sie funktionslos).
An der gegenüberliegenden Stirnseite belichten die hohen seitlichen Fensterschlitze eine auskragende Wandkonsole, die offenbar als Standfläche eines Orgelprospekts dienen sollte: hier ist nun eine bewegte Holzskulptur des Drachentöters St. Michael aufgestellt. Unter der Konsole sind unterschiedlich kleine Fenstereinschnitte mit farbigen Gläsern geschlossen, die einen in Schwarzlot gezeichneten Kreuzweg bilden (siehe hierzu auch Leverkusen-Schlebusch, St. Thomas Morus). Die kleine Filialkirche St. Martin ist eine kraftvolle, ambitionierte Gestaltung, deren Wirkung im Außenbau jedoch etwas zu Lasten der Raumbildung im Inneren geschieht. Die Lichtführung spricht für einen überaus bewussten, allerdings nicht gänzlich geglückten Entwurfsansatz. Die auch handwerklich im Detail nicht überzeugende Holzdecke mindert den Raumeindruck.

Ausstattung

Der Altar ist ein schlichtes blockhaftes Stück aus hellem Marmor mit einem würfelförmigen Stipes und einer allseitig auskragenden, scharfkantigen Mensa (verm. Erwin Schiffer). Die Wandstele des Tabernakels (Oswald Schneider, Siegburg) ist ebenfalls aus hellem Marmor, über dem glatten Unterbau ist ein Rahmen aus vorstehenden, kissenartig ausgeformten Dreiecken ausgebildet, in die ein älterer, würfelförmiger Tabernakel eingelassen ist: die Front zeigt zwei vergoldete Engel vor einem Hintergrund aus rotem Emaille mit dem Text des Sanctus. Das schlanke Stehpult des bronzenen Ambo ist mit einem knappen Buchpult versehen, dessen Stirn und den mittigen Pfosten zieren symmetrisch angeordnete Dreiecke (ebenfalls O. Schneider). Qualitätvoller ist demgegenüber das Altarkreuz, eine goldfarben gerahmte rote Emaillefläche, vor der der bronzene Corpus hängt (verm. Sepp Hürten). Als Sedilien dienen Holzwangenhocker, der Priestersitz ist nicht herausgehoben.
Die Fensterschlitze im Langhaus sind mit opaken Scheiben verglast, in die jeweils blaue Quadratscheiben eingefügt sind. Einen hohen künstlerischen Anspruch zeigt der Kreuzweg, eine eindrückliche, auf farbige Scheiben aufgelegte Schwarzlotzeichnung, die an der nordwestlichen Stirnseite in entsprechende Wandöffnungen eingelassen ist. In zwei kleineren Fenstern am Chor befinden sich in kräftigem Schwarz gehaltene, offenbar nach stärkeren Schäden neu eingefügte Scheiben mit der Taufe Christi und der Himmelfahrt Christi (Erwin Schiffer). Als Orgel dient ein blockhaftes Leihinstrument der Fa. Romanus Seifert, Kevelaer, auf der für den Prospekt vorbereiteten Konsole über dem Kreuzweg steht eine bewegte, holzsichtige Darstellung des Hl. Michael mit dem Drachen (Karl Hölzl, Bergneustadt). Vom gleichen Künstler stammt auch ein großes holzsichtiges Halbrelief des Hl. Martin bei der Teilung des Mantels. Eine Muttergottes in leicht volkstümlicher Darstellung, die auf das Christuskind in ihren Armen blickt, steht am Chor. Durchaus qualitätvoll ist der Weihwasserstein, ein sich konisch nach oben verjüngender Stein mit rau gearbeitetem Schaft und halbrund eingetieftem Becken.
Die Prinzipalien sind durchaus von guter Qualität, ebenso der Kreuzweg, nur der Ambo ist deutlich schwächer.

Bedeutung im Werk des Architekten

Der Kölner Architekt Erwin Schiffer (1927-2001) hat mehrere Kirchen im Erzbistum Köln errichtet, die bei Bollenbeck 1995 allerdings nicht vollständig dokumentiert sind (so fehlt dort St. Gangolf in Radevormwald). Bei der eher konventionellen Kirche Heilig Kreuz in Stuttgart-Sommerrain von Bruno Lambart und Günter Behnisch 1954-55 ist Schiffer als Mitarbeiter genannt. Als erste eigene Kirche ist im Erzbistum Köln ST. Josef in Bergisch Gladbach-Heidkamp 1958-60 verzeichnet, bereits mit sehr eigenständiger Handschrift, die auf eine Vorplanung Schiffers im Büro Band zurückgeht.
Wie die hier vorgestellte Kirche St. Martin in Wiehl-Marienhagen sind auch die Kirchen Hl. Geist in Rösrath-Forsbach 1964 und St. Petrus in Wuppertal-Blombacherbach 1963-69 als langgestreckte Box konzipiert. Hl. Geist ist dabei als nach außen schmucklose Ziegelbox errichtet, die nur nach innen die plastische Durcharbeitung zeigt, während St. Petrus außen und innen betonsichtig war und durch das große Eingangsportal einen besonderen Akzent erhält.
Diese kubischen Kirchenräume bleiben danach prägend, sie werden nachfolgend aber stärker durch allseitig angeordnete Brise-Soleil-Elemente durchfenstert, wodurch die nunmehr durchgängig betonsichtigen Fassaden stärker als Membran wirken. Ein erstes Beispiel hierfür ist die Kirche St. Marien in Ahaus 1965-66 (Bistum Münster): Dort ist die Brise-Soleil-Fassade mit enger Stützenstellung raumhoch um die Kirche herumgezogen, eine breite, glatt geschalte Sichtbeton-Attika bildet den Abschluss. Eine ähnliche Fassade wie Ahaus mit vergleichbaren Qualitäten zeigt auch die seitliche Erweiterung von St. Elisabeth in Gummersbach-Derschlag 1964-65.
Mit St. Martin in Marienhagen wandte sich Schiffer einer neuen langgestreckten Raumform zu, die er hier übersteigerte, um in der kleinen Filialkirche ein prägnantes Bauwerk auszubilden. Innerräumlich wirken die beiden größeren Kirchen in Forsbach und Blombacherbach allerdings stimmiger - gerade auch im Bezug auf die Lichtführung. Als kleine Filialkirche nimmt St. Martin gleichwohl einen guten Rang im Werk Schiffers ein.

 

 


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